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Presse/ Aktuelles |
| Fränkische Landeszeitung NR. 298 Donnerstag, 23. Dezember 1999 | ||||
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Im Künstleratelier ANSBACH - Der schwierige Moment beim Entstehungsprozeß eines Kunstwerkes ist wohl derjenige, in dem der Künstler den Pinsel beiseite legt und seinen Blick auf ein für ihn vollendetes Werk richten kann. Für den einen steht dabei die technische Gestaltung im Vordergrund, für den anderen die bildliche Komposition. Für rosaLee ist es einfach nur Gefühlssache. Und so wie die junge Münchner Malerin, die derzeit ihr Domizil im Künstleratelier an der Steinernen Promenade hat, nämlich aus dem Bauch heraus, so beginnt sie auch. Ihre Bilder sind nicht zu abstrakt und nicht zu realistisch, weder grenzenlos offen noch von der Gegenständlichkeit eingeengt. Es sind Ängste, Sehnsüchte und Hoffnungen, die aus der planen Fläche der Leinwand heraustreten und eigene Interpretationen und Wahrheiten ermöglichen. Noch befinden sich ihre Werke, die während des zweimonatigen Aufenthalts von Dezember bis Januar in Ansbach entstehen sollen, vorwiegend in einer Art Zwischenphase, die es ermöglicht, einen Blick auf die verschiedenen Entwicklungsstadien hin bis zum
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vollendeten Objekt zu werfen. Strukturen entstehen, die wiederum in anderen Exponaten in veränderter Form auftauchen und eine neue Symbolik ergeben. In verschiedenen Schichten finden die farbintensiven Formen, Linien und Gestalten zueinander, überdecken sich teilweise und verschwinden manchmal sogar völlig im weiteren Schaffensprozess. Es ist nicht allein die Intention der Künstlerin, die im Vordergrund steht, sondern die persönliche Erkenntnis des Betrachters soll in ihren Werken ein Spektrum individueller Wahrheiten ermöglichen. Ein verzweifelt blickendes Augenpaar, eingegrenzt von weißen Kreisen, zieht den Betrachter mit einem schwarzen Kern, umgeben von in sich verlaufenden Rundungen und weichfließenden Elementen in verschiedenen blau-violett Tönen bis hin zu erdigem Rotbraun, in den Bann. Die Augen stehen separat vom grün und blau gehaltenen Hintergrund, werden nur eingefangen von dem in warmen Tönen aus der Tiefe hervortretenden rüsselartigen Schlauch unter ihnen. Die Empfindungen reichen von einem den Betrachter magisch fixierenden Blick über die Gestalt eines faszinierenden Wesens bis hin zu einem in einzelne Elemente aufbrechenden Universum.Die Leinwand ist ein Spielfeld für rosaLee, auf die sie durchaus auch |
mit
einem zwinkernden Auge den Kampf der Welt projiziert. So entsteht in einem
ihrer Exponate eine Art Fußballfeld in leuchtenden Grüntönen.
Verschlungene Netzstrukturen werden in dunkler Lackfarbe durch ein gewunden
auf die Leinwand aufgelegtes Netz fixiert und mit roten und hellgelben Rasterelementen
aufgefüllt. In der Mitte öffnet sich der lebendige Vordergrund
kreisartig und offenbart ein Spiel in leuchtender Farbigkeit. Das Grün der Acrylfarben wird unterbrochen von weißen Linien, die die Form eines Spielfeldes anzeichnen. Klar begrenzte Häuser mit knallroten Dächern stehen leicht verzerrt auf dem strahlenden Grund und verdeutlichen den Kontrast, den der Blick in diese heile Welt, umgeben von den schemenhaften Windungen, offenbart. Noch ist der Entstehungsprozess der Werke, die bei der Vernissage am 20.Januar unter dem Titel "You're welcome as well as go" präsentiert werden sollen, nur bei einigen Exponaten abgeschlossen. Die meisten ihrer Werke lehnen als Zwischenbilder an der Wand oder auf der Staffelei und ein jeder Tag, den die Münchner Künstlerin in Ansbach arbeitet, hinerlässt noch seine Spuren. (Andrea Carl) Bild: "Wo ist der Ball?" Bild: "Achtung! Unschuld..." |
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